Demenz

Demenz ist eine fast immer, aber nicht ausschließlich im Alter auftretenden Erkrankung des Gehirns bei der es zur Fortschreitenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit kommt. Sie beinhaltet eine Kombination von Defiziten der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, bei der das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen ist. Betrachtet man die Demenz aus Sicht der Soziologie, so versteht man darunter den Verlust der Fähigkeit, die alltäglichen grundlegenden Spielregeln zu spielen, sowie die Definition „Wirklichkeit“ und „Wahrheit“ mit den Mitmenschen zu teilen.

Gehirn krank und gesund Die Welt des Dementen ist nicht unbedingt abnormal, aber unwahr. Das heißt, dass die Wahrheit des dementen Menschen meist nur in der Zeit- und Ortsachse verschoben ist, seine Wirklichkeit und Normalität aber mit der Umwelt weitestgehend gleich bleiben. Der an Demenz erkrankte Mensch ist ein Gefangener seiner eigenen Wirklichkeit.

Demenz ist ein Prozess des langsamen geistigen Zerfalls und bedeutet einen nicht aufhaltbaren Beziehungstod (Seelenblindheit). Es ist enorm schmerzlich mitzuerleben, wie ein geliebter Mensch immer weniger derjenige ist, den man einmal kannte und liebte. Betreuende Angehörige fühlen sich oft schuldig, wenn sie fremde Hilfe beanspruchen müssen.
Wichtig ist eine frühe Diagnosestellung der Demenz!

Bei der Betreuung von dementen Menschen ist es oberstes Ziel, Verhaltensstörungen positiv zu beeinflussen. Eine anerkannte Methode ist die Milieutherapie, der das so genannte Defizit-Ressourcen-Modell zugrunde liegt. Der häufigste Fehler der Betreuer ist eine Überschätzung des Patienten; das Nicht-Können wird als Nicht-Wollen fehl interpretiert. Dadurch wird der Patient permanent überfordert und frustriert, so dass er weitere Sekundärsymptome entwickelt und/ oder verstärkt, z. Bsp. Verhaltensstörungen von Unruhe, Gereiztheit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Verunsicherung, Schuld- und Schamgefühle usw.

Milieutherapie will diesen verhängnisvollen Teufelskreis durchbrechen. Die Betreuer müssen über vorhandene Defizite aufgeklärt werden, damit sie diese nicht fordern sondern ersetzen. Umgekehrt müssen die Betreuer wissen, über welche Ressourcen der Patient verfügt, damit diese gezielt gefördert werden können. Die Milieutherapie setzt unmittelbar am Patienten an und andererseits indirekt über die Betreuer der Betreuer.

Unter dem Prinzip der Milieutherapie ist die Arbeit mit dem demenziell erkrankten Bewohner in einer kleinen Wohngruppe von mindestens 5 höchstens aber 12 Bewohnern pro WG eine optimale Voraussetzung für den Betroffenen, als auch den Betreuer. Nur ein kleiner Bewohnerkreis lässt eine Betreuung mit doch sehr familiären Strukturen zu.